Das Haus Paepke gilt heute als ein herausragendes Zeugnis der modernen Architektur, in dem Hermann Mattern die visionäre Idee verwirklichte, das Gebäude vollkommen organisch in die nordhessische Hügellandschaft einzubetten. Dass dieser gestalterische Ansatz auch Jahrzehnte später von höchster ökologischer Relevanz ist, bestätigte sich am 14. Mai 2025, als Jörg Diebel von der Initiative "Natur im Garten Hessen" das Anwesen besuchte. Der von Mattern geplante Garten wurde mit der begehrten Plakette für eine naturnahe Anlage ausgezeichnet, da er die strengen Kriterien der Initiative vorbildlich erfüllt.
Die Auszeichnung würdigt insbesondere die Bewirtschaftung ohne chemisch-synthetische Pestizide, Kunstdünger und Torf – eine Praxis, die Matterns Verständnis des Bodens als lebendigen Organismus direkt fortführt. Im Garten Paepke verbinden sich die historischen Gestaltungselemente heute mit modernen ökologischen Erfordernissen: Die typischen Wildstrauchhecken und Gehölze dienen als wertvolle Biotope, während das Regenwassermanagement des Schmetterlingsdaches eine nachhaltige Bewässerung ermöglicht. Die Verwendung regionaler Materialien wie Wesersandstein bietet zudem wichtigen Lebensraum für spezialisierte Nützlinge.
Die Verleihung der Plakette durch Jörg Diebel unterstreicht somit, dass Matterns Vision einer fließenden Verbindung von Wohn- und Gartenraum nicht nur ein ästhetisches Denkmal ist, sondern ein lebendiges Beispiel für biodiverse und zukunftsfähige Gartenkultur, in der sich Mensch und Natur wechselseitig vollkommen ergänzen.